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19 Januar
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Vertigo: Teams, die viel Zeit in die Map investieren, werden belohnt

Geposted von Zorkaa,
Die Einführung einer neuen Map führt immer wieder zu einer hitzigen Diskussion. Doch wie wurde Vertigo bisher angenommen und was sagen die deutschen Profis? Wie man's macht...

Die Community hat Vertigos Aufnahme in den Active Duty Mappool zu einem großen Teil negativ aufgenommen. "Warum kein Season oder Tuscan?", ist häufiger in den Kommentaren zu lesen. "Ist das ein Aprilscherz?", führt die Reihe entrüsteter Meinungen fort. Andere sagen: "Vertigo wird wie Nuke einfach verschimmeln."

Und das, obwohl diese Änderung genau für das sorgt, was sich praktisch alle gewünscht haben: frischen Wind in CS:GO. Speziell eine Änderung des Map-Pools wurde in diesem Zuge immer wieder von der Community thematisiert.

Profis sind offen für Vertigo

Vertigo wurde erstmals beim cs_summit #4 und auf der DreamHack Open Tours 2019 im Rahmen eines großen Turnieres gespielt. Nachdem die Map lediglich dreimal aus insgesamt 59 möglichen gespielt wurde, fühlte sich die Community in der Kritik bestätigt.

Mittlerweile wurde Vertigo aber bereits 175 mal gespielt. Auf den Finals der ESL Pro League Season #9 machte sie 10% der gespielten Maps aus. Im Vergleich wurde Nuke nach seiner Rückkehr im gleichen Zeitraum von 93 Tagen lediglich 60 Mal gespielt - ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Anzahl gespielter Maps: 28.03. - 28.06.2019
Mirage - 906
Inferno - 853
Overpass - 642
Dust2 - 619
Nuke - 615
Train - 554
Vertigo - 171
Cache - 65

Verglichen mit Mirage, der meistgespielten Map, ist es jedoch ebenfalls ein enormer Unterschied. Die 171 Spiele von Vertigo stehen 906 Matches von Mirage gegenüber.

Die Spielzeiten einer neuen Map sollten jedoch als Entwicklung gesehen werden. Änderungen am Gewohnten werden zu Beginn oft kritisch beäugt. Vertigo ist im Vergleich zu anderen Neuzugängen wie Nuke, Overpass oder Cobblestone vergleichsweise besser aus den Startlöchern gekommen.

Anzahl gespielter Maps: 22.04. - 23.07.2016
Cache - 497
Mirage - 496
Dust2 - 389
Cobblestone - 385
Train - 296
Overpass - 249
Inferno - 84
Nuke - 60
Anzahl gespielter Maps: 01.07. - 01.10.2014
Mirage - 201
Inferno - 198
Dust2 - 188
Cache - 78
Nuke - 68
Overpass - 21
Train - 19
Cobblestone - 8


Deutsche Teams sind Vertigo-Muffel - noch

In Deutschland scheinen sich die Spieler noch vor dem Neuzugang zu sträuben. Während Vertigo zumindest dreimal in der ESL Sommermeisterschaft 2019 gespielt wurde, spielten die deutschen Teams die neue Map in der 99Damage Liga Saison #12 nach fünf Spieltagen noch nicht ein einziges mal. Mit ALTERNATE aTTaX, EURONICS Gaming und den Playing Ducks haben allerdings drei deutsche Teams die Map schon von Beginn an in ihr Portfolio aufgenommen.



Demenstprechend freuen sich die Spieler dieser Teams über eine Änderung am Map-Pool. Denn Vertigo bringt den erhofften, frischen Wind in CS:GO: "Ich finde es relativ spannend, eine neue Map in das Competitive-Play integriert zu bekommen, da sich alle Teams anfangs auf einem Level befinden und von Tag zu Tag und Woche zu Woche neue Taktiken erschaffen werden, die es so davor nicht gab", erklärt David 'syncD' Slovacek.

ESGs Lukas 'boostey' Schubert ist ebenfalls über die neue Map erfreut: "Ich finde neue Maps sind immer eine gute Sache, solange die Map kompetitiv ist. Auf neuen Maps gibt es keine klaren Favoriten und man muss alle Dinge neu lernen." Dadurch, dass Vertigo vergleichsweise viel kleiner ausfällt, habe der Neuzugang eine interessante Dynamik. Es wird weniger um Raum gekämpft und mehr explode-mäßig gespielt," schlussfolgert boostey.

Dadurch schultern Spotspieler eine große Verantwortung und müssen entscheiden, ob sie auf der Site verteidigen oder sich für einen Retake zurückziehen. Doch warum stellen sich Pro-Teams wie ESG oder Playing Ducks dieser Herausforderung? "Teams, die viel Zeit in die Map investieren, werden belohnt," argumentiert boosteys Teamkollege Daniel 'arno' Busch. Damit haben diejenigen Line-ups einen Vorteil, die sich nicht vor der neuen Karte drücken, sondern sie stattdessen zu beherrschen lernen - statt sich ewig darüber zu beschweren.



NinoZjE´: "Die CTs haben keine Chance zu reagieren."

Vertigo bricht das Meta-Game anderer Maps auf und erlaubt Spielweisen, die man sonst nur selten sieht. Durch die kurzen Laufwege können CTs auch überaus aggressiv spielen, was Ts wiederum hart bestrafen können. Laut Arno lohnt sich Aggressivität auf Seiten der CTs am ehesten bei offensiven AWP-Peaks oder wenn man einen Push vortäuscht, um Zeit zu gewinnen.

Dennoch haben insgesamt die Terroristen einen Vorteil auf der Map, findet der ESG-Profi. Zwar können CTs schnell rotieren, da Vertigo so klein ist, dafür kann die T-Seite "den CT nach Belieben hin und her schieben." Dabei ist vor allem ein T-Lurker vorteilhaft, der rotierende Spieler abfangen kann - dies erschwert eventuelle Retakes, vor allem auf A. Stirbt ein CT, entstehen direkt eine riesige Lücke, die die Terrors ausnutzen können.



Jedoch gibt es auch unter den Pros durchaus kritische Stimmen: SPARX ESPORTS Anel 'NinoZjE' Zukic ist kein Fan der Map. Seiner Meinung nach werde Vertigo schnell monoton, da immer klar sei, was passiert: "Die CTs haben keine Chance zu reagieren. Häufig gibt es dann einen Smoke-Go auf den A-Spot und die CTs haben die Möglichkeit, sofort zu saven oder einen riskanten Smokedefuse zu versuchen. Einen Plant kann man fast nicht verhindern", erläutert der österreichische Spieler.

Zusätzlich gebe es kaum Möglichkeiten, mit der AWP effektiv zu spielen. Zu viele Winkel auf kurze Distanz machen den Einsatz von Rifles fast obligatorisch. Eine Ausnahme sei die AWP auf der CT-Seite, die auf dem A-Spot ein paar Möglichkeiten biete. "Aber dadurch, dass die T-Teams einfach immer Smokewall-Goes spielen, wird sie auch wieder überflüssig", relativiert Nino seine Einschätzung.

Fazit: Es braucht mehr Zeit

Nach knapp über drei Monaten lassen sich noch keine abschließenden Worte zu Vertigo sagen. Obwohl der Neuzugang anders als andere Maps gespielt wird und damit mit den Gewohnheiten der Pros bricht, muss dies nichts schlechtes sein. Es wird einige Zeit ins Land ziehen, bevor sich ein richtiges Meta zur Map entwickelt hat.

Es wird sich zeigen, ob Ninos Befürchtungen sich bewahrheiten und vornehmlich nur A-Goes von T aus gespielt werden oder ob sich möglicherweise noch andere Taktiken und Strategien entwickeln. Auch wenn Vertigo vielleicht niemals die Lieblingsmap der Community wird, so bringt sie dennoch Abwechslung in das Spiel.

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