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G2-Coach Swani: Die Teams merken, dass wir wieder da sind

Geposted von w1zzyy,
Das Jahr 2022 hat G2 Esports mit einem Titelgewinn beendet. Auch Jan 'Swani' Müller hatte daran seinen Anteil und hat mit dem Team Großes vor. Mit Jan 'Swani' Müller als Coach konnte G2 Esports das BLAST Premier: World Final 2022 gewinnen und ist mit zwei Siegen in die BLAST Premier: Spring Groups 2023 gestartet. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass der 27-jährige Deutsche auch zukünftig diese Position einnehmen soll und befördert wird.

Seit wann er von dieser Entscheidung weiß, was er am Spielstil des Teams verändert hat und welche Teams er im Jahr 2023 am stärksten einschätzt, verrät Swani im Interview mit 99Damage.

G2 Esports will mehr auf Stabilität setzen



99Damage: Hi Swani! Erst einmal herzlich Glückwunsch zu deiner Beförderung. Wann hast du davon erfahren, dass man dir die Rolle als Headcoach zutraut?

Swani: Eigentlich sehr zeitnah nach dem BLAST: World Final, ungefähr zwei Tage später. Aber zunächst musste ich selbst ein bisschen überlegen. Danach stand die Entscheidung dann relativ schnell fest.

99Damage: Wie ist es zu der Entscheidung gekommen, anders als beim letzten Mal, als du die Coach-Position interimsweise übernommen hast, dieses Mal keinen Ersatz zu verpflichten?

Swani: Wir haben uns vorgenommen, mehr auf Stabilität zu setzen und die Harmonie in den Vordergrund zu stellen. Außerdem haben wir festgestellt, dass die Beziehung zwischen Spielern und Coach wichtiger ist, als jemanden zu holen, der einen großen Namen hat. Hätten wir jetzt jemanden Neues geholt, hätte der wieder eine neue Vision in das Team gebracht. Und dann fängt man quasi bei null an. Das wollten wir vermeiden.



Swani: "Es war Zeit, den nächsten Schritt zu machen"



99Damage: Ihr konntet das BLAST: World Final gewinnen – sicherlich auch ein gutes Argument für dich. Welchen Anteil hattest du an dem Titel?

Swani: Den größten Anteil hatte auf jeden Fall das Team, weil sie endlich mal richtig zusammen gespielt haben. Meine Arbeit war jetzt nicht so großartig anders als das, was ich davor gemacht auch habe. Aber die Spieler haben mir jetzt einfach viel mehr vertraut. HooXi hat sich auf unsere T-Seite fokussiert und ich mich auf unsere CT-Seite. Das hat sehr gut harmoniert.

99Damage: Was hast du konkret im Spielstil des Teams vor dem Turnier verändert?

Swani: Eigentlich nicht viel, ich habe lediglich darauf gepocht, dass wir, egal was wir machen, nur einen Plan verfolgen und wir diesen auch als Team umsetzen - auch während der Trainingstage. Früher hatten wir oft Situation, wo eine Taktik angesagt wurde, die dann aber über den Haufen geworfen haben, wenn der Gegner entsprechend anti gespielt hat, zum Beispiel mit einer Smoke.

Bei BLAST haben wir, auch wenn der Plan vielleicht taktisch nicht der beste war, einfach unser Ding durchgespielt und die Frags entsprechend getradet, anstatt uns immer wieder neu aufzubauen. Dadurch haben wir viele Runden geholt. Und so soll es auch in Zukunft sein.



99Damage: War Dir schon vor dem Turnier klar, dass man vielleicht auch zukünftig nicht an dir als Coach vorbeikommen würde?

Swani: Die Spieler wollten es unbedingt, aber ich war mir nicht sicher, ob ich bereit dafür bin. Nachdem das Angebot kam, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und mir bin schließlich zu dem Entschluss gekommen: Was soll schon groß passieren? Nach drei Jahren als Assistent Coach war es einfach Zeit den nächsten Schritt zu machen. Vor allem wenn die Spieler das Vertrauen in dich haben, ist es viel einfacher, als wenn das Management entscheidet.

99Damage: Wie wird sich der Stab um das Team künftig aufstellen? Bekommst du Unterstützung durch einen neuen Analysten?

Swani: Wir werden mal schauen. Natürlich ist es schon stressiger, das alleine zu machen. Aber wir warten jetzt erstmal ab, wie es so läuft. Wenn werden wir da nur etwas auf lange Sicht machen.



Swani: "Wir werden nicht jedes Turnier gewinnen können"



99Damage: Ende Januar steht mit der IEM Katowice das erste große Turnier des Jahres an. Wie werdet ihr euch darauf vorbereiten?

Swani: Wir haben zuletzt ein Bootcamp in Serbien gemacht. Die BLAST Premier: Spring Groups nehmen wir ebenfalls als Training mit, wo wir noch nicht bei 100 Prozent sein werden. Es war eine lange Pause und wir wollen erst einmal wieder reinkommen. Officials sind einfach etwas komplett anderes als Practice Days.

Zudem werden sich die Teams jetzt mehr auf uns fokussieren, weil wir zuletzt etwas gewonnen haben und sie merken, dass G2 wieder da ist. Bislang waren wir häufig eher der Underdog. Ich gehe davon aus, dass wir uns richtig anstrengen müssen. Insofern ist die Group Stage bei BLAST nicht so wichtig für uns – wir sind lieber mehr für Katowice vorbereitet.

99Damage: Da ihr euch direkt für Katowice qualifiziert habt, steigt ihr erst in der Gruppenphase in das Turnier ein. Siehst du so etwas grundsätzlich als Vor- oder als Nachteil?

Swani: Es ist auf jeden Fall ein Vorteil, vor allem, weil der Turnierkalender so eng ist. Da sind wir froh über jede Pause, in der wir ein bisschen durchatmen können. Die Group Stage von BLAST geht jetzt bis Ende Januar, dann fliegen wir zurück und müssen am 2. Februar direkt schon wieder nach Katowice, wo zwei Tage später die Gruppenphase beginnt. Insofern hätten wir gar keine Zeit, noch ein Play-In zu spielen.

99Damage: Welche Teams schätzt du im Jahr 2023 am stärksten ein?

Swani: Ich denke, viele Teams werden Probleme haben. Es gab Wechsel bei den Outsiders, bei Cloud9 und auch beim FaZe Clan ist noch nicht sicher, wie es mit Håvard 'rain' Liset Nygaard weitergeht. Bei Natus Vincere muss man abwarten, ob Andrii 'npl' Kukharskyi schon ready ist für Tier1 – gerade in Hinblick auf die Erwartungen, die du dort hast. Daher ist Heroic für mich eigentlich das einzige Team, welches auch weiterhin sehr gut sein wird. Den anderen fehlt ein bisschen die Stabilität und sie sind eine Wundertüte.

99Damage: Welche Ziele habt ihr euch für das Jahr vorgenommen?

Swani: Für das Major zu qualifizieren (lacht). Wir haben ehrlich gesagt noch gar nicht so darüber geredet. Wir mögen es auch eher nicht, uns Ziele fürs Jahr zu setzen, weil sich so viel immer ändern kann. Wir schauen immer von Event zu Event und da geht es jetzt erst einmal darum, sich für die BLAST: Spring Finals direkt zu qualifizieren, um den Showdown zu vermeiden, damit wir nicht nochmal online eine Woche verschwenden müssen.

Außerdem geht es darum, weiter an sich zu arbeiten, auch wenn wir gerade mal etwas gewinnen konnten. Wir werden nicht jedes Turnier gewinnen können. Wir müssen weiter an unseren kleinen Dingen arbeiten und überall ein paar Prozent rauskitzeln. Nur so können wir uns kontinuierlich verbessern.

Anmerkung der Redaktion: Das Interview wurde vor Beginn der BLAST Premier: Spring Groups geführt.

Foto: G2 Esports/Swani

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