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05 August
22:20 CEST
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Deutsche CS-Szene: Für und Wider zur Coaching-Regelung von Valve

Geposted von EddieCochran,
Valve beschneidet die Rolle der Coaches in Online-Matches. 99Damage sammelt Stimmen aus der deutschen Counter-Strike-Szene zu dieser Neuregelung. Valve hat Ende Januar eine neue Coaching-Regel für Online-Spiele im Rahmen des Regional Major Rankings eingeführt. Demnach dürfen nur Spieler den Raum und den Server betreten. Trainern und anderen Teammitarbeitern ist während eines Online-Spiels das Betreten des Raums, der Server oder jegliche andere Kommunikation mit dem Team untersagt. 99Damage hat sich wegen der Neuregelung in der deutschen Szene umgehört und Meinungen zusammengetragen.


Begründet hat Valve die geänderte Regelung mit den Vorkommnissen um den sogenannten Coaching-Bug und festgestelltem Stream-Sniping. Der amerikanische Entwickler macht diese Maßnahme für alle von ihm gesponserten Turniere geltend. Natürlich bleibt das Echo in der nationalen und internationalen Counter-Strike-Szene nicht aus. Applaus hat Valve dafür wenig geerntet, aber es gibt auch durchaus Zustimmung.

"Nötiger Schritt"

Beispielsweise erkennt Robin 'ScrunK' Röpke von ALTERNATE aTTaX darin einen nötigen Schritt, der die Spiele so überschaubarer mache und einen "sauberen Spielfluss" garantiere. Dagegen sagt Alexander 'kakafu' Szymanczyk von den Unicorns of Love, dass Valve in seiner Entscheidung die Counter-Strike-Community nicht einbezogen hätte. Ein Vorwurf, der nicht zum ersten Mal gegen den CS:GO-Entwickler hervorgebracht wird.

Der UoL-Trainer blickt zurück in die Vergangenheit: "Valve hat in einem Post vor ein paar Jahren erklärt, dass sie die Coaching-Rolle, so wie sie früher benutzt wurde, nicht wollen. Das heißt, dass der Coach den IGL ersetzt und für das Team called. Das kann ich nachvollziehen." Durch die Online-Spiele sei dann der Coach wieder deutlich aktiver gewesen gegenüber der Regelung bei Offline-Turnieren, bei denen die Zeitspanne deutlich begrenzt wurde. Nachvollziehbar findet kakafu diesen Schritt also durchaus.

Dustin 'DuDe' Großmann von BIG ist mit seinem Team ein direkt Betroffener von der Regelung, wenn es um die Teilnahme an Valve-Turnieren oder die Qualifikation für das nächste geplante Major im Herbst in Stockholm geht. Nach seiner Ansicht sei das nicht die beste Lösung und "etwas lieblos von Valve". Der BIG-Trainer setzt nun auf "die Werkzeuge, die uns gegeben sind".

Größerer Kontext

Einen größeren Kontext betrachtet Joscha 'SchwaByyjee' Ziegler von No Limit Gaming, denn er befürchtet eine nachteilige Entwicklung des E-Sports insgesamt. Das sei das falsche Signal und untergrabe den Prozess der Professionalisierung gegenüber klassischen Sportarten. Auch das Team von eSport Rhein-Neckar sieht die Valve-Regelung allgemein kritisch, weil es kein menschliches, sondern ein technisches Problem sei.


Dass mit der Coaching-Regel nun alle, statt nur die überführten Übeltäter, bestraft werden, ist ein häufig auftretendes Argument, das bereits Nicolai 'dev1ce' Reedtz von Astralis zur Sprache gebracht hatte. Dominik 'KiNGDOM' Aberle von cowana Gaming möchte sich auch nicht mit einer Kollektiv-Bestrafung abfinden: "Die neuen Regeln treffen leider nur die, die nichts falsch gemacht haben. Der Coach ist Teil des Teams und sollte nicht ausgegrenzt werden."


Robin 'ScrunK' Röpke, Coach von ALTERNATE aTTaX:

Erst fand ich die neue Regelung unpassend, aber nach längerem Überlegen ist mir klar geworden, dass es schwer für Valve ist, anders einen sauberen Spielfluss zu garantieren. Durch den Bug-Abuse und die Stream-Sniping-Vorfälle ist das Ganze sehr schwer zu überschauen und da mir keine bessere Lösung einfallen würde, denke ich, dass es für die RMR-Events der wohl nötige Schritt war.


Alexander 'kakafu' Szymanczyk, Coach von den Unicorns of Love:

Valve hat in einem Post vor ein paar Jahren erklärt, dass sie die Coaching-Rolle, so wie sie früher benutzt wurde, nicht wollen. Das heißt, dass der Coach den IGL ersetzt und für das Team called. Das kann ich nachvollziehen. Mit den Offline-Events und den dazugehörigen Timeouts wurde dann ein guter Kompromiss gefunden. Die CS-Turniere mussten durch die Pandemie online ausgetragen werden und die Coaches hatten wieder mehr Einfluss auf das Spiel. Hinzu kam der Coaching-Bug, der von vielen Coaches ausgenutzt wurde und sicher einige wichtige Matches entschieden hat. Valve hat diese Umstände genutzt, um ihre Philosophie umzusetzen und hat alle Coaches aus den Online-Matches verbannt. Ich bin der Meinung, dass sich Valve die Sache einfach gemacht hat, anstatt mit der Community zusammen einen Weg zu finden. Schlussendlich denke ich, dass der Coach für das Training, System und die Entwicklung da sein soll und dass die Ingame-Entscheidungen von den Spielern getroffen werden müssen. Außerhalb des Matches wird es weiterhin Coaches geben, egal welche Entscheidung Valve in Zukunft treffen wird. Coaches sind wichtig für die Entwicklung des Sports und wenn Counter-Strike weiterhin als Tier-1-E-Sport relevant bleiben will, gibt es keinen Weg an Coaches vorbei.


Dustin 'DuDe' Großmann, Coach von BIG:

In meiner Position kann ich natürlich nur meine subjektive Meinung zu dem Thema teilen, nichtsdestotrotz denke ich, dass das CS-Level und die Professionalität der gesamten Szene unter den neuen Regelungen leiden könnte. Dass nun alle Coaches aufgrund von Einzelfällen, die den Bug ausgenutzt haben, leiden müssen, halte ich nicht unbedingt für die beste Lösung und wirkt etwas lieblos von Valve. Trotzdem lassen wir uns natürlich nicht von Dingen, die wir nicht beeinflussen können, aus dem Konzept bringen und arbeiten weiter wie gehabt mit den Werkzeugen, die uns gegeben sind.


Christopher 'shuny' Zacharias, Manager von eSport Rhein-Neckar:

Das Team rund um eSport Rhein Neckar bezüglich der neuen Coaching-Regel von Valve ist sich geschlossen einig: Es ist kein menschliches Problem, es ist ein technisches Problem. Die Arbeit von einem Coach, Trainer oder Analysten zu bestrafen, ist nicht der richtige Weg. Was ist ein Astralis ohne Danny 'zonic' Sørensen, was ist Team Vitality ohne Rémy 'XTQZZZ' Quoniam, was ist ein Tottenham ohne José Mourinho, was ist ein Manchester City ohne Pep Guardiola, was ist ein Boxer ohne seine Ecke? Es geht nicht nur um das Spielerische, sondern um das, was den E-Sport und den Sport allgemein ausmacht. Es sind die Menschen und die unterschiedlichen Personen in ihren Positionen, die den Sport fördern und in neue Gefilde bringen."


Joscha 'SchwaByyjee' Ziegler, Coach von No Limit Gaming:

Den faktischen Ausschluss von Coaches für das kommende Major halte ich für ein grundlegend falsches Signal, das gerade diejenigen bestraft, die sich nichts zuschulden kommen haben lassen. Es stellt außerdem die Aufgabe und Rolle von Coaches infrage und untergräbt damit den Prozess, an Professionalität aufzuholen zu den klassischen Sportarten. Gerade dort hat sich dank der Arbeit der Organisationen viel in den letzten Jahren getan.


Dominik 'KiNGDOM' Aberle, Coach von cowana Gaming:

Die neuen Regeln treffen leider nur die, die nichts falsch gemacht haben. Der Coach ist Teil des Teams und sollte nicht ausgegrenzt werden. Gerade beim Major möchte man doch die bestmögliche Leistung aller Teams sehen und dafür muss das Team vollständig sein. Einfach nur traurig was sich da wieder ausgedacht wurde.


Foto: BLAST

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